Maesama
Walheims neue Göttin
Als in Walheim 2009 inmitten eines Schutthaufens ein römischer Weihestein entdeckt wurde wusste noch niemand welches Geheimnis der Stein barg. Der wunderschön gehauene Stein aus gelben Sandstein dürfte aus severischer Zeit (Ende 2 Jhr. n. Chr.) stammen. Eine Zeit in der die zivile Siedlung von Walheim zu gewissem Wohlstand gekommen war. Gestiftet hat den Altar Terentius Marcellus. Der Name ist römischen Ursprungs und dürfte einem romanisierten Provinzbewohner gehört haben.
Der fast komplett erhaltene Weihetext kann wie folgt ergänzt und übersetzt werden:
Der Maesama hat diesen Altar geweiht Terentius Marcellus für Nicrina und für Terentius Septiminus, seinen Sohn, und die Seinen. Sein Gelübde hat er damit froh, freudig und nach Gebühr eingelöst.
Die Göttin Maesama, der dieser Stein geweiht war, ist bislang im gesamten Imperium Romanum noch nirgend wo in Erscheinung getreten. Es dürfte sich bei ihr um eine lokale keltische Göttin handeln die mit den in der germanischen Provinzen weit verbreiteten Muttergottheiten, den Matronen, in Verbindung stehen dürfte.
Der Stein ist ein schöner Beweis für die Verschmelzung römischer und keltischer religiöser Vorstellungen im römischen Südwestdeutschland.


