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Am Limes grenzenlos

Das römische Walheim- eine Station am Neckarlimes

Um an die verschiedenen antiken Grenzanlagen in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen zu erinnern fand auf Initiative des Limesinformationszentrums Baden- Württemberg am Sonntag den 2. Juni zum vierten Mal der Aktionstag “Am Limes Grenzenlos” statt. An zahlreichen Orten entlang des Limes gab es verschiedene Veranstaltungen, um die antike Grenze einem möglichst breiten Publikum wieder näher zu bringen.

Auch das Museum Römerhaus Walheim nahm wieder mit einer speziellen Führung daran teil. Der “Limes-Cicerone” Dr. Stefan Ernst führte zum Thema “Das römische Walheim- eine Station am Neckarlimes” durch das Römerhaus. Es ging dabei um die Entwicklung und Funktion der Grenzanlagen aber auch um deren Erforschung durch die Landesarchäologie. Denn das Bild des Neckarlimes ist seit neuestem im Wandel begriffen und lässt noch auf viele spannende Entdeckungen hoffen.

Grabungen zeigen, dass eine Reihe von Kohortenkastellen bewusst im Neckartal angelegt wurden, um das Gros der römischen Soldaten per Schiff mit allem Notwendigen versorgen zu können. Eine Kette von Kleinkastellen auf strategisch erhöhten Positionen dürfte die Vorfeldsicherung übernommen haben. Als Grenzanlagen dienten, wie am Odenwaldlimes zunächst Holztürme mit einer Palisade, die später durch Steintürme ersetzt wurden. Diese größtenteils geradlinig verlaufende Grenze war somit einfacher zu überwachen als der Fluss mit seinen vielen Mäandern.

Neben der militärischen Präsenz sollte es in der Führung aber auch um den Alltag der Zivilbevölkerung gehen und gezeigt werden, dass die Grenze offen für Handel und kulturellen Austausch mit den Germanen war. Bestes Beispiel für den wirtschaftlichen Aufschwung Walheims sind die Mauerreste eines großen römischen Handelshauses. Römer und Germanen standen sich zu dieser Zeit nur selten feindlich gegenüber. Dies änderte sich erst um 260 n.Chr. mit der beginnenden Völkerwanderung als Rom gezwungen wurde seine Provinzen östlich des Rheins zu räumen.

Ein kleiner Abstecher in das ehemalige römische Kastell und an den hochwasserführenden Neckar rundeten die Führung ab. Besonders erfreut waren alle Besucher des Römerhuses über den schönen Sonnenschein. Jupiter sei Dank.