Römerhaus geschlossen!

Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass die eingebauten Oberlichter nicht den baulichen Anforderungen entsprechen. Bis zur weiteren Klärung des Sachverhalts bleibt das Museum deshalb aus Sicherheitsgründen ab sofort geschlossen.

Steine erzählen

Die Lebensgeschichte des Publius Ferrasius Avitus

Oftmals sind es nur ein paar unscheinbare Textzeilen, die sich auf römischen Weihe- oder Grabsteinen erhalten haben. Die lateinischen Texte sind aus Platz-und Kostengründen oftmals noch stark abgekürzt, sodass sich auf den ersten Blick nur ein Buchstabensalat dem Betrachter offenbart. Wer sich aber die Mühe macht den Text zu entschlüsseln, taucht ein in eine längst vergangene Zeit.

Der Vortrag von Dr. Jörg Scheuerbrandt vom Römermuseum Osterburken erzählt die spannende Lebensgeschichte des Legionssoldaten Publius Ferrasius Avitus anhand eines in Obernburg am Main gefundenen Weihesteins für Jupiter Dolichenius.

Der Stein wurde im Jahr 191 n.Chr. errichtet und weißt Avitus als Legionssoldaten der 8. Legion, welche zu dieser Zeit in Straßburg stationiert war aus. Er ist heute die einzige Quelle die noch über das spannende- teilweise sogar dramatische- Leben des Soldaten im Dienste Roms an der Grenze zu den Germanen Auskunft geben könnte.

Mit Hilfe der kurzen Inschrift, antiker schriftliche Quellen und archäologischen Spürsinn lässt sich dennoch ein möglicher Lebenslauf rekonstruieren. So erfährt man, dass Avitus in Savaria in der Mite des 2. Jahrhunderts in der Provinz Pannonien geboren wurde. Savaria, dass heutige Szombathely, liegt im heutigen Ungarn mehr als 800 km von Obernburg entfernt.

Wenig später kam es dann zur Katastrophe, die auch das Leben von Avitus grundlegend veränderte. Ab 164 n.Chr. fiel der germanische Stamm der Markomannen mit seinen Verbündeten in die reiche Provinz Pannonien ein. Dort raubten und plünderten sie. Den Römern viel es zunächst schwer diesen Ansturm aufzuhalten.

Als Avitus alt genug war wurde er Berufssoldat in einer Legion. Dort muss er tapfer gegen die Germanen gekämpft haben, denn der Weihestein weist ihn als Adlerträger seiner Legion aus- eine hohe Auszeichnung. Um 180 n.Chr. wurde er sogar zum Centurio befördert und in die 8.Legion versetzt. Sein Dienst muss ihn dort auch nach Obernburg am Limes geführt haben, wo es zu der Weihung Steins kam.