Römerhaus geschlossen!

Bei einer Überprüfung wurde festgestellt, dass die eingebauten Oberlichter nicht den baulichen Anforderungen entsprechen. Bis zur weiteren Klärung des Sachverhalts bleibt das Museum deshalb aus Sicherheitsgründen ab sofort geschlossen.

Dioramen der Sonderausstellung

Foto: ml

Große Geschichte im Kleinformat

Eröffnung der neuen Sonderausstellung im Römerhaus

Wer das gesamte römische Reich erkunden will, der sammelt zwangsläufig viele Bonusmeilen. Unter Kaiser Trajan erstreckte sich das Imperium Romanum von den Küsten Britanniens im Norden hin zu den Wüsten Afrikas im Süden. Von heutigen Portugal im Westen bis in den Irak. Es umfasste somit eine Fläche von schätzungsweise 8300000 km2, eine Fläche größer als der heutigen Europäischen Union. Wer nicht so viel reisen möchte um in die Welt der Römer und deren Geschichte zu erleben kann seit dem 17. April auch ganz einfach das Römerhaus in Walheim besuchen.

Helmut Saiger, Ursula Oswald und Bürgermeister Albrecht Dautel bei der Eröffnung der Sonderausstellung
Helmut Saiger, Ursula Oswald und Bürgermeister Albrecht Dautel bei der Eröffnung der Sonderausstellung

50 Zinnfiguren Dioramen entführen den Museumsbesucher zu den Wendepunkten römischer Geschichte. So waren keine Kameras dabei als Gaius Julius Caesar an den Iden des März das Senatsgebäude in Rom betrat, in dem er nur wenig später durch die Hand von Verschwörern ermordet werden sollte. Das detailreich gestaltete Diorama ermöglicht jedoch einen Einblick, wie die Szene sich vor über 2000 Jahren abgespielt haben könnte. Die nur 30 mm großen Figuren, sowie das Senatsgebäude selbst, sind dabei aufwendig und soweit möglich historisch korrekt gestaltet.

Neben Caesars Ende wird man weithin Zeuge vom Untergang der drei römischen Legionen des Varus im Teutoburger Wald oder von der Eroberung des jüdischen Tempels durch die Römer im Jahre 70 nach Christus. Doch geht es in der Ausstellung nicht nur römische Schlachten, Feldherren und Politiker. So finden sich auch Szenen aus dem Alltag der Menschen in Rom und in den Provinzen. In einer Ziegelfabrik zum Beispiel mühen sich Arbeiter die großen Öfen zum Brennen der Ziegel zu befeuern, während in der Werkshalle schon neue geformt werden. Ein anderes Diorama zeigt einen Trauerzug auf einer Gräberstraße, wieder ein anderes eine fröhliche Runde von Zechern in einem Wirtshaus.

Helmut Saiger beschreibt einige seiner Dioramen an der Leinwand.
Helmut Saiger beschreibt einige seiner Dioramen an der Leinwand.

Herrn Helmut Saiger, der die Dioramen in mühevoller Kleinarbeit hergestellt, gelang es so das ganze Panorama römischen Lebens in den kleinen Holzkästen einzufangen. Besonders für Kinder ergibt sich so ein lebendiger Einblick in die Welt der Römer. Auch wenn man ein Diorama schon ein paarmal angeschaut hat, erklärt Herr Saiger, so gibt es doch immer wieder ein neues Detail zu entdecken, dass einem vorher noch nicht aufgefallen war. Dass dem wirklich so ist, überzeugten sich die ersten 25 Besucher bei der feierlichen Eröffnung der diesjährigen Sonderausstellung.

Die Vorsitzende des Fördervereins Frau Ursula Oswald bedankte sich aber auch explizit bei Frau Saiger. Ohne ihre Geduld und ihr Verständnis für das zeitaufwändige Hobby ihres Mannes wäre die Ausstellung wohl nicht möglich gewesen. Bürgermeister Dautel zeigte sich ebenfalls erfreut Herrn Saiger mit seiner Ausstellung nach genau 20 Jahren wieder im Römerhaus begrüßen zu dürfen und fügte hinzu, dass der letzte Besuch in archäologischen Zeiträumen ja erst kurz zurückliege. Bürgermeister Dautel war es dann auch der Herrn Saiger auf die Idee für ein weiteres Diorama brachte. So vermisse er doch ein Diorama, das sich besonders mit dem römischen Weinbau beschäftige. Herr Saiger versprach, dass man bei rund 600000 existierenden Zinnfigurenformen hier bestimmt Abhilfe schaffen kann.