Foto: Björn Lindauer

Auf Entdeckungstour durch das römische Walheim

Eigentlich ist es ein ganz normaler Vorgang. Eine Gruppe hat sich für eine Führung im Römerhaus angemeldet. Doch was ist wenn die Museumsführerin einen Fahrradplatten hat und Nachtwächter Baumann das Kommando übernimmt? Wie turbulent eine Tour durch das nächtliche sein kann erfuhren die rund 40 Besucher vergangenen Samstag bei der Führung zu den Spuren der Römer in Walheim.

Reiseleiter Hans Merk (Stefan Ernst) des Geschichtsvereins Grünwies war auf Grund der Verspätung höchst verärgert. In seiner Not übernimmt Nachtwächter Baumann (Markus Lorch) die Führung und erklärt den Besuchern, wie die römische Siedlung von Walheim ausgesehen hat. Merk und Baumann rekrutierten daraufhin kurzerhand die Besucher als Vereinsmitglieder und machten sich auf die Suche nach der Museumsführerin Frau Sabine Glässle (Diana Dubb).

Kurz darauf traf die Gruppe tatsächlich die abgehetzte Museumsführerin. Als kleine Wiedergutmachung für die Verspätung bot Frau Glässle ein Treffen mit dem genialen Archäologen Dr. Matthias Kempermann (Stephan Goos) an. Dieser weilt gerade in Walheim um neue Grabungen im ehemaligen Töpfereibezirk der Römer durchzuführen. Merk, selbst passionierter Hobbyhistoriker, ist von der Idee begeistert. Die Gruppe machte sich also auf zu den römischen Highlights von Walheim.

Neben der lustigen Rahmenhandlung wurden den Besuchern natürlich auch historische Fakten vermittelt. So konnte man erfahren welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede das römische Münzsystem und der Euro haben oder welche Methoden den Archäologen zur Funddatierung zur Verfügung stehen. Der Schwerpunkt der Führung lag diesmal auf modernen Grabungsmethoden.

Durch neue physikalische Messmethoden, wie LIDAR oder Geomagnetik, können heute großflächige Areale auf historische Hinterlassenschaften untersucht werden. Diese erkennen selbst dann noch römische Turmstellen oder Reste von Holzpalisaden, wenn herkömmlich Verfahren, wie Luftbilder nichts mehr anzeigen. Der Archäologe kann so seinen Spaten immer öfter im Depot lassen.