Der Förderverein nimmt den Preis zusammen mit den Gemeinderäten und Vertretern der Landespolitik entgegen.

Foto: Daniela Klöpfer

Förderverein Römerhaus Walheim erhält Archäologiepreis

“Ehrenamtliches Engagement ist für unsere Gesellschaft unerlässlich.” So begann Professor Wolf vom Landesamt für Denkmalpflege in Baden Württemberg seine Begrüßungsrede an die rund 400 geladenen Gäste im Neuen Schloss in Stuttgart. Am 28. Januar wurde dort im Weißen Saal der Archäologiepreis 2014 verliehen. Mit dem Preis werden alle zwei Jahre interessierte Hobbyforscher und ehrenamtlich engagierte Personen im Bereich der Archäologie ausgezeichnet.

Den Hauptpreis, der mit 5000 € dotiert ist, teilten sich der Historische Verein Bauland aus Osterburken, sowie Christel Bock und Achim Lehmkuhl. Die Osterburkener wurden vor allem für ihre Verdienste um das dortige Römermuseum geehrt. Christel Bock und Achim Lehmkuhl wurden für ihre ehrenamtliche Arbeit für das Landesdenkmalamt ausgezeichnet. Seit mehreren Jahrzehnten führen sie Ackerbegehungen durch und geben den Archäologen so wertvolle Tipps zu bisher unbekannten Fundstellen. Ihr besonderes Interesse gilt dabei dem keltischen Oppidum “Heidengraben”.

Neben dem Hauptpreis verleiht die Jury, bestehend aus Archöologen, Jounalisten, sowie einem Vertreter der Wüstenrotstiftung, einen Förderpreis. Dieser ist mit 2500 € dotiert. Staatssekretär Ingo Rust verlieh die Urkunde an die Vorsitzende des Vereins. Für Rust war es der letzte Termin in dieser Funktion, den er aber wegen dem hohen Stellenwert der Landesarchäologie in der Politik noch sehr gerne wahrnahm. Rust unterstrich die Bemühungen des Fördervereins besonders junge Museumsbesucher für die Geschichte der Römer zu begeistern.

Vor allem das neue Führungskonzept “SmartHistory” wurde von der Jury als zukunftsweisend und besonders förderungswürdig erachtet. “SmartHistory” bezeichnet eine vom Römerhaus entwickelte software, die es mittels W-LAN ermöglicht Führungsinhalte, wie Bilder, Musik oder Filme direkt auf die Smartphones und Tablets der Besucher zu übertragen. Das System ist dabei nicht nur auf das Römerhaus beschränkt, sondern kann bei Führungen in ganz Walheim eingesetzt werden. An Orten an denen die Zeugnisse der Römer schon längst vergangen sind kann so heute der Computer die Welt der Römer am Neckar wieder auferstehen lassen- zumindest virtuell.

Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Harald Meller von der Universität Hallle. In knapp 30 Minuten erklärte er den faszinierten Zuhörern in humorvoller Art und Weise wieviel Steinzeitmensch in uns allen heute noch steckt oder wie sonst ist das verhalten erwachsener Männer beim Grillen zu erklären. Auch zu dieser Zeit war Baden- Württemberg schon in Bereichen von Kunst und Kultur führend. Das Ländle kann hier mit berühmten Funde wie dem Löwenmenschen und dem ältesten Musikinstrument der Menschheit aufwarten.

Der Förderverein möchte die Auszeichnung nutzen um sich bei der Jury und den Stiftern des Preises zu bedanken. Bedanken wollen wir uns aber auch bei allen Helfern und Förderern des Vereins. Das Preisgeld wird zur Modernisierung der Museumsausstattung verwand.

(se)