Foto: Falk Thiele

Historie

Grabungen zwischen 1980 und 1988

Grabungsübersicht der Zivilsiedlung in Walheim mit Haus Nr. 19 - dem heutigen Römerhaus.

Von 1980- 1988 wurden, auf Grund der Neutrassierung der B27 und eines neuen Wohngebietes nördlich des Baumbachs, umfangreiche Rettungsgrabungen durchgeführt. Diese Grabungen fanden unter der Leitung der Archäologischen Denkmalpflege des Landesdenkmalamts in Baden- Württemberg statt. Auf einem ca. 4 ha großen Gebiet wurden zahlreiche Funde gemacht. So wurde ein zweites, kleineres Kastell entdeckt. Dieses existierte nur für kurze Zeit neben dem im heutigen Stadtkern liegenden Kastell I. Es beherbergte wahrscheinlich eine Spezialeinheit, die für die Erschließung des Umlandes verantwortlich war. Im Neubaugebiet konnten die Reste von über 40 Stein- und Holzhäuser der ehemaligen römischen Zivilsiedlung untersucht werden. Diese ausgesprochen glücklichen Funde erbrachten eine Fülle an neuen Erkenntnissen.

Entstehung des Museums

Das noch junge Museum kurz nach seiner Eröffnung. Heute verfügt das Schutzhaus über eine große Solaranalge.

Bei diesen Grabungen wurde 1986 ein mit 48m x 14m außerordentlich großes Steingebäude entdeckt. Der gute Erhaltungszustand und die besondere Bedeutung des Hauses innerhalb der Siedlung ließen den Wunsch entstehen, dieses archäologische Denkmal zu konservieren und der Nachwelt zu erhalten. Über der original römischen Ruine wurde ein Schutzhaus errichtet. Das Museum im Schutzhaus gibt anhand von Schautafeln und original Walheimer Funden einen Überblick über die römische Vergangenheit im mittleren Neckarraum, sowie über die handwerkliche Geschicklichkeit der Römer im 1.- 3. Jahrhundert n.Chr. Im kleinen Museumsshop kann sich jeder Besucher sein eigenes Stückchen römische Geschichte mit nach Hause nehmen.

Das dem römischen Streifenhaus nachempfundene Schutzhaus von der Westseite. Direkt am Gebäude befindet sich der römische Garten und Überreste einer römischen Straße.
Das Römerhaus von der Ostseite

Das fast komplett aus Holz gefertigte und 1989 vollendete Schutzhaus überspannt die Grundmauern des “Römerhauses” welches heute Bestandteil des Museum ist.

Im August 2003 wurde eine 32,67 kWp starke Solaranlage auf dem Dach in Betrieb genommen und produziert seit dem umweltfreundliche Energie die in das Stromnetz eingespeist wird. Die Anlage wurde durch Initiative eines Bürgerbeteiligungsprojektes ermöglicht.

Das römische Handelshaus

Der hintere Teil des Museums mit dem besonders gut erhaltenen Keller des römischen Handelshauses.

Der Hauptteil des Museums Besteht aus der ca. 48m x 14m großen Ruine eines römischen Handelshauses. Der aus Stein errichtete Nachfolgebau eines Holzhauses lässt sich ungefähr auf das Jahr 160 n.Chr. datieren. Das wahrscheinlich zweistöckige Gebäude gehörte einem reichen Händler, der in diesem Gebäude arbeitete und wohnte. Die Größe der Anlage, sowie einige Fundstücke lassen auf einen gewissen Reichtum und Status des Besitzers schließen. Eindeutige Beweise, was der Besitzer herstellte, konnten bis jetzt noch nicht erbracht werden. Das Gebäude lässt sich jedoch grob in zwei Hälften teilen. Die zu Hauptstraße gelegene große Halle dürfte als Verkaufsraum gedient haben. Dahinter schlossen sich dann private Räume an. So konnte eine Kochgelegenheit, ein Keller und ein beheizbarer Raum mit Hypocaustheizung festgestellt werden.

Ausgestellte Funde

Im Römerhaus Walheim sind ausschließlich Funde aus der römischen Siedlung von Walheim zu sehen. Dabei sind wir stolz, ein reichhaltiges Spektrum an Dingen aus dem täglichen Leben der Römer präsentieren zu können. So zeugen fein gearbeitete Architekturteile, wie Säulen, Fensterrahmen oder Mauerwerk, von der Steinmetzkunst der Römer. Haarnadeln, Würfel, Schmuck und Geschirr geben Einblick in das Leben vor 1800 Jahren. Verschieden Götterbilder von römischen und einheimischen Gottheiten runden das Bild ab. Besonders hervorzuheben ist der Fund einer fast vollständig erhaltenen Jupitergigantensäule. Sie ist ein Zeugnis für die enge Verbundenheit der in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung und ihren Göttern.

Grabungsfunde in einer Vitrine