Römer am Neckar

Die römische Expansion nach Germanien

Während des Gallischen Krieges (58- 51/50 v.Chr.) eroberte Julius Caesar Gallien. Somit grenzte das Römische Reich erstmals an das Land, welches die Römer Germanien nannten. Unter Augustus wurden zahlreiche Versuche unternommen das rechtsrheinische Gebiet zu erobern. Neben den Bodenschätzen war eine Verkürzung der Grenzlinie der Grnd für die militärischen Operationen. 15 v.Chr. unternahmen Augustus Stiefsöhne, Tiberius und Drusus erste Feldzüge von den Alpen her. Nach langen Kämpfen unterwarfen sie das Alpenvorland bis zur Donau. 12 v.Chr. rückten die Römer vom Rhein nach Osten vor.

Ziel war nun die Errichtung einer römischen Provinz, die sich bis zur Elbe erstrecken sollte. Trotz zahlreicher Siege und einer Gebietssicherung durch mehrere Kastelle, gelang es nie die Germanen vollständig zu unterwerfen. Ein jähes Ende erfuhren die ehrgeizigen Pläne des Augustus mit der Niederlage des Statthalters Varus im Teutoburger Wald, im Jahre 9. n.Chr. . Nach mehr oder weniger erfolgreichen Rachefeldzügen unter verschiedenen Feldherren, gab Tiberius, der neue Kaiser, die Pläne einer germanischen Provinz auf. Rhein und Donau wurden wieder Grenzen des Römischen Reiches.

Größere militärische Aktionen auf germanischem Gebiet erfolgten erst wieder unter Kaiser Claudius. Dabei stießen römische Truppen an die Donau vor. Später ließ Vespasian eine Straße zwischen Offenburg am Rhein und Tuttlingen an der Donau bauen. Damit konnten römische Truppen schneller zwischen Britannien und und den östlichen Provinzen entlang der Donau verschoben werden. Der Umweg über das Rheinknie entfile. Durch dieses neubesetzte Gebiet ragten germanische Gebiete nun nicht mehr wie ein Keil zwischen Rhein und Donau auf römisches hinein.

Der Neckarlimes entsteht

Erste Grenzbefestigungen entstanden im Gebiet der Chatten. Nach dem Sieg Domitians 83 n.Chr. markierte eine 177 km lange Schneise die Grenze des Imperiums in der heutigen Wetterau und dem Taunus. In unserem Gebiet, wohl unm das Jahr 100, entstand unter Kaiser Trajan der sogenannte “Neckarlimes”. Dieser wurde durch eine Reihe von Kastellen geschützt. Walheim war eines dieser Kastelle am Neckar. Mit dem Odenwaldlimes wurde zudem noch das letzte Stück zwischen Main und Neckar gescholssen. Die Schneisen wurden dort nun von hölzernen Wachtürmen überwacht und um 120 n.Chr. entstand als erstes Annäherunshindernis eine Palisade.

40 Jahre später wurde der Neckarlimes aufgegeben. Ein neuer Limes ca. 30 km östlich, entlang der Linie Miltenberg, Welzheim und Lorch entstand. Die walheimer Kohorte wurde nach Mainhardt verlegt. Der obergermanische Limes bestand nun aus steinernen Türmen, einer Palisade und einem Wallgraben. Dies sollte die Grenze der Römer in Germanien bis 260 n.Chr. bleiben.

Zivile Blütezeit

Bei diesen Grabungen wurde 1986 ein mit 48m x 14m außerordentlich großes Steingebäude entdeckt. Der gute Erhaltungszustand und die besondere Bedeutung des Hauses innerhalb der Siedlung ließen den Wunsch entstehen, dieses archäologische Denkmal zu konservieren und der Nachwelt zu erhalten. Über der original römischen Ruine wurde ein Schutzhaus errichtet. Das Museum im Schutzhaus gibt anhand von Schautafeln und original Walheimer Funden einen Überblick über die römische Vergangenheit im mittleren Neckarraum, sowie über die handwerkliche Geschicklichkeit der Römer im 1.- 3. Jahrhundert n.Chr. Im kleinen Museumsshop kann sich jeder Besucher sein eigenes Stückchen römische Geschichte mit nach Hause nehmen.

Das fast komplett aus Holz gefertigte und 1989 vollendete Schutzhaus überspannt die Grundmauern des “Römerhauses” welches heute Bestandteil des Museums ist.

Im August 2003 wurde eine 32,67 kWp starke Solaranlage auf dem Dach in Betrieb genommen und produziert seit dem umweltfreundliche Energie die in das Stromnetz eingespeist wird. Die Anlage wurde durch Initiative eines Bürgerbeteiligungsprojektes ermöglicht.